In einem Land, in dem während eines großen Teils des Jahres viele Menschen für die Arbeit auf den Feldern benötigt werden, ist es keine Selbstverständlichkeit, dass alle Schularbeiten zu Zeiten stattfinden können, zu denen das Tageslicht für die Arbeit ausreicht. Berücksichtigt man zusätzlich, dass oft für mehrere Dörfer und alle Altersstufen nur ein Schulgebäude zur Verfügung steht, wird schnell klar, dass die elektrische Beleuchtung der Gebäude zu den essentiellen Vorraussetzungen eines erfolgreichen Unterrichts gehört. Nur so kann den Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit geboten werden, ihre Arbeiten nach Anbruch der Dämmerung zu erledigen.
Da in weiten Teilen des Landes die Dörfer nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen sind und dies auch in absehbarer Zeit nicht sein werden, müssen alternative Konzepte für die Bereitstellung von elektrischer Energie genutzt werden; die verbreitete Nutzung von Dieselgeneratoren ist allerdings nicht nur schmutzig und lärmintensiv, sondern auch relativ teuer und abhängig von der Versorgungslage, die in den abgelegeneren Dörfern oft ebenfalls schlecht ist. Die Nutzung von Solarenergie stellt sich somit als optimale Alternative dar, insbesondere da in Burkina Faso meistens die Sonne recht kräftig scheint.
Mit genau dieser Installation von kleinen Solaranlagen beschäftigt sich SEWA; ausgeschrieben bedeutet der Name des Vereins Solarenergie für Westafrika. Neben Schulen werden auch Krankenstationen elektifiziert, die in Notfällen, teilweise im regulären Betrieb und für die Kühlung von Medikamenten und Impfstoffen Elektrizität benötigen. SEWA arbeitet dabei eng mit den interessierten Dorfgemeinschaften zusammen; mittlerweile ist die Organisation so renommiert, dass sich mehr Dörfer um eine Elektrifizierung bewerben als letztendlich betreut werden können. Bei der Auswahl der Dörfer steht vor allem die Aussicht auf Nachhaltigkeit im Vordergrund. Die betreffende Schule sollte im Idealfall einerseits in die Dorfgemeinschaft integriert sein, was beispielsweise ein aktiver Elternbeirat zeigt, andererseits sollte die Schule selbst stabil sein, das heißt von engagierten Lehrkräften betreut, die nicht danach streben, in die Hauptstadt abzuwandern. Wichtig ist außerdem, dass die Dorfbewohner bereit sind, die Wartung der Solaranlage zu erlernen und durchzuführen.
Um diese Voraussetzungen zu prüfen und die dazu notwendigen Vorbesuche durchzuführen, beschäftigt SEWA zwei hauptamtliche Mitarbeiter, die in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkinas, ein Büro haben. Für die anschließende Installation der Solaranlage kooperiert SEWA seit Langem mit einem Unternehmen, dass sich genau auf diese Tätigkeit spezialisiert hat und ebenfalls seinen Sitz in Ouagadougou hat. Während der Aufbauphase versucht SEWA, die Dorfbevölkerung so stark wie möglich in das Geschehen einzubinden. So ist gewährleistet, dass die Menschen, welche die Anlage nutzen, auch über ihren Aufbau, grob über ihre Funktionsweise, und insbesondere über ihre Wartung und Instandhaltung Bescheid wissen. Um dies noch einmal sicherzustellen und eventuelle Probleme zu beheben, werden nach Fertigstellung der Anlage über eine gewisse Zeit hinweg regelmäßig Nachbesuche durchgeführt.
Der gesamte Prozess von der Bewerbung der Dörfer bis zu den Nachbesuchen wird von SEWA relativ genau dokumentiert. Der Grund dafür ist, dass SEWA relativ eng mit den Spendern in Deutschland zusammenarbeitet. Da jeder Spender normalerweise genau ein Projekt finanziert, ist es für die Spender oft von großem Interesse, genau über den Ablauf der von ihnen finanzierten Elektrifizierung informiert zu werden. Für diese Spenderbetreuung und für alle Verwaltungsaufgaben sind etwa 15 ehrenamtliche Mitarbeiter zuständig, die in Deutschland leben.
Die Besonderheit von SEWA ist, dass es eine relativ kleine Organisation ist, die versucht, den Kontakt zwischen den Spendern und den Dorfgemeinschaften so direkt wie möglich zu gestalten und beide Seiten möglichst stark in alle sie betreffenden Prozesse einzubinden. Dabei entsteht quasi nebenbei ein hoher Grad an Transparenz; für die Spender soll es möglichst einfach sein, die Wirkung ihres Engagements zu erkennen.
Weitere Informationen über unseren neuen Projektpartner SEWA findet ihr auf deren Webseite.