Live for Life
de | en

Manifest

Hungersnot und Trinkwassermangel in Afrika, Erdbebenkatastrophe in China, Überschwemmungen in Pakistan und immer wieder neue Meldungen über Notzustände auf der ganzen Welt. Kein Tag vergeht an dem nicht eine Flut an Bildern auf uns niederstürzt! Trotz oder gerade wegen dieser Fülle an Informationen sind wir nicht in der Lage aufzustehen und zu helfen. Abgestumpft ob der Endlosigkeit der Geschehnisse und der räumlichen Distanz werden wir unserem eigenen sozialkritischen Anspruch nicht gerecht und verleugnen unsere Verantwortung, indem wir sie auf die Schultern des Staates abwälzen.

Oftmals versuchen wir deshalb unser Gewissen durch Geldspenden zu beruhigen, die wir traditionell an Weihnachten oder Ostern verschiedenen Projekten zukommen lassen, aber auch das verschafft uns letztlich nicht das Bewusstsein sich wirklich ausreichend engagiert zu haben. Viel mehr kommen wir uns durch den fehlenden persönlichen Bezug dabei klein und unwichtig vor und vermissen den Erfahrungswert, dass wir ein unverzichtbarer Baustein eines Ganzen sind.

Live for Life setzt genau hier an und bietet eine niederschwellige Plattform zur Partizipation, in der jeder Einzelne durch seine Einzigartigkeit unersetzlich ist und zugleich in einem starken Gesamtgefüge die Möglichkeit erhält, an etwas Großem und Wertvollen mitzuwirken.

Theorie

Was unterscheidet aber nun Live for Life konkret von einem normalen Spendenprojekt?

In erster Linie hat natürlich auch Live for Life das Ziel, Geld einzunehmen, das anschließend an gemeinnützige Projekte weitergeleitet wird. Reine Geldspenden werden jedoch nicht angenommen, wenn ihnen nicht wie folgt, eine direkte Leistung im Sinne des Konzeptes vorangegangen ist.

Anders als bei gängigen Spendenvereinen wird der Fokus bewusst auf die individuellen Fähigkeiten eines jeden Einzelnen gelegt, sprich seine Talente, Hobbys und Interessen. Die individuellen Ressourcen stellen die Basis für selbst entwickelte oder gemeinsam geplante und durchgeführte Benefiz-Aktionen dar, mit dem Ziel, Geld nicht auf herkömmlichen Wege zu sammeln, sondern die Mitmenschen dazu aufzufordern, zunächst den Einzelnen für seine Leistung zu entlohnen, unabhängig von der Tatsache, dass es sich letztendlich um eine gemeinnützige Spende handelt.

Das Individuum ist damit elementar wichtig für die Verwirklichung der Idee von Live for Life. Diese Idee definiert sich nicht alleine durch ihre Simplizität, sondern ist als philosophisch-anthropologisches Gesamtkonzept zu verstehen ist:

Live for Life zielt auf die Befriedigung fast aller Grundbedürfnisse nach der "Maslowschen Bedürfnispyramide" ab, so zum Beispiel dem Streben nach sozialer Zugehörigkeit, sozialer Anerkennung und dem Bedürfnis sich in einem sinnvollen Kontext selbst zu verwirklichen.

Speziell auf das Jugendalter bezogen: Der Verein harmoniert zugleich mit den offiziellen Zielen der Jugendarbeit in Deutschland und fördert dementsprechend Schlüsselkompetenzen des Lebens wie Eigenverantwortlichkeit und Gemeinschaftsfähigkeit, diese tragen wiederum zur Entwicklung einer durch ein verantwortliches Wertesystem geprägten Persönlichkeit bei, was den Weg zu erhöhter Selbstbestimmung, gesellschaftlicher Mitverantwortung sowie sozialem Engagement ebnet.

Live for Life ist in diesem Kontext eine Spielwiese und ein Sprungbrett zugleich und deshalb mit von oberster Priorität anzusiedeln, was seine Einstufung im allgemeinen "Projektpool" betrifft. Was will damit ausgesagt werden?

Die Metapher "Spielwiese" steht für die Möglichkeit sich eventuell erstmals in seinem Leben kreativ und konstruktiv in eine Sache von weiterführender Bedeutung auszuprobieren und einzubringen. Den meisten Jugendlichen wohnt nämlich durchaus ein ausgeprägter sozialkritischer Anspruch inne, nur scheitern die Meisten an der Umsetzung aufgrund dem Mangel an motivierenden Perspektiven.

Die Metapher "Sprungbrett" darf so verstanden werden: Live for Life selbst soll unter anderem als eine Perturbation wirken, die wie im Sinne des radikalen Konstruktivismus Reflexions – und somit Aktionsaktivitäten auslöst. Im besten Falle entstehen dadurch neue Ideen für eigenständige, an gesellschaftlichen Problemfeldern arbeitende Projekte, Hauptziel ist zunächst natürlich zur Mitwirkung zu animieren.

Der Grundstein für späteres soziales Engagement wird vorallem in der Jugend gelegt, umso wichtiger ist es die Freiheit zur Kreativität und die Handlungsfreiheit selbst nicht einzuschränken und ein ausreichendes, motivierendes Angebot zu schaffen, um genügend Attraktivität zu entwickeln.

Das Angebot richtet sich aber nicht allein an Jugendliche, sondern logischerweise an alle Altersschichten der Bevölkerung, bis hin zu den Senioren. In jeder Altersgruppe sind spezielle Potenziale vorhanden und zu entdecken, denen nur die Möglichkeit gegeben werden muss, zum Vorscheinen zu kommen und die sich in ihrer Qualität oftmals ergänzen. Gerade Senioren sind in unserer Gesellschaft zum Beispiel eine Gruppe, deren Ressourcen leider oft brach liegen und die vom bürgerlichen Leben und der modernen Kommunikation abgeschnitten sind, die aber danach streben, sich sinnvoll in die Gesellschaft einzubringen.

Praxis

Eine Idee ist nur brauchbar, wenn sie keine bleibt!

Die Umsetzung des Live for Life Vorhabens ist an für sich leicht zu realisieren und wird, wie nun folgt, anhand von einigen Beispielen zum allgemeinen Verständnis näher erläutert:

Ein denkbares Szenario wäre grundsätzlich die Veranstaltung von Turnieren in verschiedensten Sportarten und Disziplinen (Fußball, Basketball, Tischtennis, Kickern, Pokern, Schafkopf etc.), musikalische Darbietungen in Form von Konzerten sowie Straßenmusik oder künstlerischen Ausstellungen. Ebenfalls könnten Basare veranstaltet werden in denen selbst angefertigte Gegenstände verkauft werden.

Ein ganz anderer Aspekt wiederum ist die Möglichkeit sich durch Verhandlungsgeschick einzubringen und seine gesellschaftliche Vernetzung zu nutzen. Vor allem diejenigen, die einem Verein angehören oder sonstige hilfreiche Beziehungen zu Institutionen unterhalten, könnten dort dem Anliegen des Vereins Gehör verschaffen und Unterstützung mobilisieren.

Was ebenfalls eine viel versprechende Alternative sein könnte, ist schlichtweg die Organisation von Partys. Dabei kann grade mit dem Verein im Rücken auf eine solide Infrastruktur zurückgegriffen werden. Es kann bei der Bekanntmachung der Veranstaltung, zum Beispiel durch Plakatieren usw. geholfen und über den Verein der Kontakt zu gleich gesinnten Leuten hergestellt werden, die bereit sind, bei der Organisation zu helfen.

Wenn für die Organisation irgendeiner Veranstaltung im Vorfeld Geld benötigt wird, kann dieses bei Anfrage vom Grundkapital des Vereins geliehen werden. Der Gewinn aus dem Fest, der beispielsweise durch Eintrittsgelder oder Getränkeverkauf erwirtschaftet wird, fließt dann direkt an das aktuell von Live for Life unterstützte Projekt.

Fazit

Die Vorteile bei Live for Life mitzumachen liegen klar auf der Hand:

Einerseits kommt das Engagement natürlich den an gesellschaftlichen Problemen arbeitenden Projekten zu Gute, die von Live for Life unterstützt werden. Andererseits profitiert jedoch auch der Ausführende persönlich enorm, da er durch seinen Einsatz soziale Anerkennung erfährt, wichtige Kompetenzen des Lebens erwirbt sowie seine Interessen auslebt und fördert. Nicht zuletzt hat er somit aktiven Einfluss auf die kulturelle Vielfalt seiner Stadt und überhaupt das Angebot an Events.

Dabei wird aber der Einzelne durch sein Handeln nicht wie an anderen Stellen oft beschrieben zum "Helden", vielmehr leistet er einen natürlichen, wenn auch nicht selbstverständlichen Beitrag als Mensch für andere Menschen!

Download:
Manifest (*.pdf)